Hovawarting - "Joschi, die Nase"
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 Joschi „die Nase“

 „Hovis sind keine Fährtenhunde.“ „Hovis haben selten die Nase am Boden.“ „Hovis suchen nix...“
Schon mal gehört oder gelesen?
 
Unser Hovi hat oft die Nase am Boden. Zuweilen auch im Boden, aber das ist eine andere Geschichte.
 
Und weil Joschi in Wald, Natur und Garten den Dauerschnüffler mimt, bietet es sich an, ihn vom bloßen Mitläufer zum Findefix unseres Geocachingteams zu befördern.
 
„Wat für’n Team?!“ werden die meisten der geneigten Leser jetzt fragen, denn Geocaching gehört nicht zu den bekanntesten Hobbies, obwohl darüber zunehmend berichtet wird.
 
Es handelt sich um eine Art moderne Schnitzeljagd mit GPS-Unterstützung. Weltweit sind an interessanten Orten und/oder landschaftlich schönen Strecken sogenannte „Geocaches“ versteckt; das sind Behälter (z.B. Tupperdosen) in den unterschiedlichsten Größen, die zumindest ein Logbuch und i.d.R. auch Tauschgegenstände enthalten. Diese Dosen gilt es zu finden, wobei die Suche vielfach durch zu lösende Aufgaben erweitert wird, um die Suchenden über ganz bestimmte Routen zu führen. Dabei ist nicht die Dose sondern der Weg das Ziel.
 
Ein ideales Hobby für Hovibesitzer/innen, um der drögen Hausrunde zu entkommen und neue Wanderreviere zu erschließen. Benötigt werden lediglich ein GPS-Receiver und ein Internetanschluss, um an die Koordinaten der Caches zu kommen. Allein in Deutschland liegen momentan um 30.000 versteckte Caches; Tendenz steigend.
 
Genug der Abschweifung - außerdem habe ich das nun schon breit hier erklärt. Wichtig ist, zu wissen, dass es Verstecke gibt, die es zu finden gilt und dass das Zielgebiet auf Grund diverser Abweichungen zuweilen einige Quadratmeter groß ist. An dieser Stelle soll nun Joschis Nase zum Einsatz kommen. Er hat nur die Spuren unserer Vorfinder finden und diese zum Cache zu verfolgen. Die Dose liegt ja quasi da, wo alle Spuren zusammenlaufen.
 
Genau so habe ich das auch unserem Hovi erklärt. Wie wir alle wissen, sind Hovis ja hochintelligent und verstehen alles. Sie sind nur meist zu dickschädelig, es umzusetzen...
 
Was bitte gibt es da zu lachen? Der Bobtail unserer Bekannten (ebenfalls Anhänger dieses Hobbies) findet die Dosen schließlich auch.
Natürlich weiß ich, dass man einen Drogenhund auf Drogen konditioniert, einen Fährtenhund auf Pansen oder das Herrchen/Frauchen und Suchhunde auf Kleidungsstücke des Gesuchten.
 
Allerdings findet Joschi im Wald fortwährend Spuren, die ihm niemand gezeigt hat und denen er zu unserem Leidwesen interessiert folgt, ohne sich zunächst um unsere Rufe oder Pfiffe zu kümmern. Letzteres liegt höchstwahrscheinlich daran, dass er ein Rüde ist. Man sagt dem rüden Geschlecht bekanntlich nach, einfach gestrickt und nicht multitaskingfähig zu sein. Folglich ist es verständlich, dass man nicht konzentriert in vollem Lauf eine Spur verfolgen und zeitgleich auf die Regierung hören kann, oder?! Zurück zum Thema.
 
Ostersonntag begab es sich, als ich eine Stunde lang vergeblich eine jener besagten Dosen zu finden hoffte - ohne Erfolg.
Am nächsten Tag nahm ich wohlweislich Frau und Hund mit ins Suchareal. Die beiden „H“s begannen auch sofort, voller Elan zu suchen. Hovi mit mir an der Leine und meine Holde ganz woanders.
 
Mit dem auffordernden Wort „Such!“ zog Joschi „die Nase“, selbige tief am Boden, mich hierhin und dorthin und interessanterweise überall dahin, wo ich am Vortag auch schon suchte. Natürlich mit dem selben (Mis-)Erfolg.
 
Anzumerken ist, das uns auch nicht viel Zeit gelassen wurde, denn Frauchen fand in Rekordzeit das gesuchte Objekt und deklassierte uns damit um Längen.
Und das ganz ohne Nase aber wohl mit dem richtigen Riecher.
 
Aber so ganz Erfolglos waren wir Männers schließlich doch nicht, denn immerhin hat Joschi meine Spuren vom Vortag gefunden. So gesehen eine ausbaufähige Leistung, die zur Hoffnung Anlass gibt, dass aus „der Nase“ doch noch ein richtiger Tupperwarensuchhund wird. Bis dahin posiert er halt fürs Abschlussfoto.

Wir haben Zeit - er ist ja noch jung...


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